FEFO: First Expired First Out – Lagerverfahren für Waren mit MHD
Gerade im E-Commerce, wo täglich Bestellungen eingehen und Versandprozesse automatisiert ablaufen, ist eine klare Lagerstrategie entscheidend. Besonders bei Produkten mit Mindesthaltbarkeits- oder Verfallsdatum reicht es nicht aus, nur nach Wareneingang zu arbeiten. Hier kommt FEFO ins Spiel.
Mögliche Lagerverfahren als Onlinehändler
Als Onlinehändler hast du die Wahl zwischen verschiedenen Lagerverfahren, um deine Waren effizient ein- und auszulagern. Zu den bekanntesten Methoden zählen FIFO (First In First Out) und LIFO (Last In First Out). Daneben gibt es weitere Verfahren wie FEFO, HIFO oder LOFO, die je nach Produktsortiment sinnvoll sein können. Welches Lagerverfahren für dich das richtige ist, hängt unter anderem davon ab, ob deine Produkte ein Mindesthaltbarkeits- oder Verfallsdatum besitzen.
Besonders für Händler, die mit Shopware oder Shopify arbeiten, ist eine systemgestützte Umsetzung ausschlaggebend. Sobald Bestellungen automatisiert aus dem Onlineshop ins ERP und WMS übertragen werden, müssen Lagerprozesse nahtlos anschließen und korrekt priorisieren.
In diesem Beitrag erklären wir, wie FEFO funktioniert, für welche Produkte es geeignet ist und warum die Kombination aus Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargenverwaltung im Onlinehandel unverzichtbar ist.
Was bedeutet FEFO (First Expired First Out)?
FEFO steht für First Expired First Out. Das bedeutet, dass Produkte mit dem frühesten Mindesthaltbarkeits- oder Verfallsdatum zuerst ausgelagert werden. Dabei spielt es keine Rolle, wann die Ware eingelagert wurde.
Im Gegensatz zu FIFO, bei dem ausschließlich das Einlagerungsdatum entscheidend ist, berücksichtigt FEFO zusätzlich das Ablaufdatum der Ware. So wird sichergestellt, dass Produkte rechtzeitig das Lager verlassen, bevor sie verderben oder nicht mehr verkauft werden dürfen.
Gerade im Onlinehandel mit hohem Bestellvolumen ist es entscheidend, dass diese Priorisierung automatisch erfolgt. Manuelle Listen oder Sichtkontrollen reichen hier nicht aus und führen schnell zu Fehlern.
Weitere Lagerverfahren entdecken
Wenn du dich generell für die Unterschiede zwischen FIFO und LIFO interessierst, findest du dazu einen ausführlichen Überblick in unserem Blogbeitrag zu den Lagerverfahren FIFO und LIFO.
Warum ist FEFO besonders wichtig für Waren mit MHD?
FEFO eignet sich besonders für Produkte, bei denen ein Ablaufdatum relevant ist. Dazu zählen unter anderem:
Lebensmittel
Getränke
Kosmetik
Pharmazeutische Produkte
Chemische Erzeugnisse
Bei diesen Artikeln reicht es nicht aus, Waren lediglich nach Einlagerungsdatum zu verwalten. Zwei identische Produkte können zwar am selben Tag eingelagert worden sein, aber unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsdaten besitzen.
Im E-Commerce werden solche Produkte oft in hohen Stückzahlen und mit kurzen Lieferzeiten versendet. Wenn hier die Priorisierung nicht sauber geregelt ist, kann es passieren, dass Ware mit kurzem Rest-MHD im Lager liegen bleibt oder sogar versehentlich abgelaufene Produkte versendet werden.
Das führt nicht nur zu Abschreibungen, sondern auch zu Reklamationen, Retouren und im schlimmsten Fall zu Reputationsschäden. FEFO reduziert genau dieses Risiko.
FEFO in der Praxis: Beispiele mit Mindesthaltbarkeitsdatum
Ein einfaches Beispiel:
Charge A mit MHD 15.06.2026 kommt an und wird eingelagert. Ein paar Tage später kommt Charge B mit MHD 01.05.2026 und wird ebenfalls eingelagert.
Obwohl Charge A früher eingelagert wurde, muss Charge B zuerst verkauft werden, da sie früher abläuft. Das FEFO-Verfahren stellt sicher, dass genau diese Reihenfolge eingehalten wird.
Gerade bei häufigen Wareneingängen,vielen Chargen oder unterschiedlichen Lieferanten ist diese Priorisierung manuell kaum zuverlässig umzusetzen.
FEFO und Chargen: Grundlage für eine saubere Lagerführung
Damit FEFO korrekt angewendet werden kann, ist eine chargenweise Lagerführung besonders wichtig. Jede Charge wird dabei mit eindeutigen Informationen versehen, zum Beispiel:
Chargennummer
Mindesthaltbarkeitsdatum
Wareneingangsdatum
Bei der Kommissionierung kann gezielt auf die Charge mit dem frühesten Ablaufdatum zugegriffen werden. Zusätzlich ermöglichen Chargen eine lückenlose Rückverfolgbarkeit, etwa bei Rückrufen oder Qualitätskontrollen.
FEFO mit Pickware: Mindesthaltbarkeitsdaten und Chargen einfach verwalten
Damit FEFO im Lageralltag zuverlässig funktioniert, braucht es eine saubere technische Grundlage. Mit Pickware lassen sich Mindesthaltbarkeitsdaten und Chargen direkt beim Wareneingang erfassen und zentral verwalten.
Im Pickware ERP und WMS werden MHDs und Chargen automatisch berücksichtigt, sobald Bestellungen aus Shopware oder Shopify eingehen. Die Priorisierung nach FEFO erfolgt systemseitig im Hintergrund. Du kannst unter anderem:
Mindesthaltbarkeitsdaten pro Charge hinterlegen
Chargen eindeutig identifizieren und nachverfolgen
Chargenreine Lagerplätze zur klaren Trennung einzelner Bestände
Bei der Kommissionierung automatisch die Ware mit dem frühesten MHD priorisieren
Jederzeit den Überblick über kritische Bestände behalten
Je nach Produkt diese kritischen Zeiträumeflexibel festlegen
Im Pickware WMS wird dem Lagermitarbeiter beim Kommissionieren automatisch die richtige Charge vorgeschlagen. In der Pickliste erscheint direkt das Produkt mit dem frühesten Ablaufdatum, sodass Picker genau wissen, welche Ware entnommen werden soll. Manuelle Kontrolle oder zusätzliche Listen sind nicht notwendig.
So unterstützt Pickware dich dabei, das FEFO-Prinzip konsequent umzusetzen, ohne zusätzlichen manuellen Aufwand. Wie die Arbeit mit MHDs und Chargen im Detail funktioniert, erklären wir dir ausführlich in unserem Blogbeitrag zur MHD- und Chargentracking im E-Commerce mit Pickware.
Fazit: FEFO als Teil einer durchdachten Lagerstrategie
FEFO ist die optimale Lösung für Unternehmen, die mit Waren mit Mindesthaltbarkeits- oder Verfallsdatum arbeiten. Durch die konsequente Berücksichtigung des Ablaufdatums wird sichergestellt, dass Produkte rechtzeitig ausgelagert werden und keine unnötigen Verluste entstehen.
Gerade im Zusammenspiel aus Onlineshop, ERP und WMS zeigt sich der Vorteil einer systemgestützten FEFO-Logik. Bestellungen werden automatisch korrekt priorisiert, das Lager arbeitet mit klaren Vorgaben und Fehlerquellen werden deutlich reduziert.
In Kombination mit einer digitalen Verwaltung von Mindesthaltbarkeitsdaten und Chargen entsteht ein transparentes, strukturiertes und sicheres Lager. Unternehmen behalten jederzeit den Überblick über ihre Bestände,minimieren Risiken und schaffen die Grundlage für effiziente Prozesse im gesamten Warenfluss.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen FEFO und FIFO?
FIFO priorisiert das Einlagerungsdatum. Die Ware, die zuerst eingelagert wurde, wird zuerst versendet.
FEFO priorisiert dagegen das Mindesthaltbarkeits- oder Verfallsdatum. Produkte mit dem frühesten Ablaufdatum werden zuerst ausgelagert, unabhängig vom Wareneingang.
Für welche Unternehmen ist FEFO sinnvoll?
FEFO ist besonders relevant für Onlinehändler mit MHD-pflichtigen Produkten, zum Beispiel Lebensmittel, Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel oder pharmazeutische Artikel.
Im E-Commerce mit hohem Bestellvolumen reduziert FEFO das Risiko von Abschreibungen, Reklamationen und dem Versand abgelaufener Ware.
Warum reicht FIFO bei MHD-Produkten nicht aus?
FIFO berücksichtigt nur das Einlagerungsdatum. Unterschiedliche Chargen können jedoch verschiedene Mindesthaltbarkeitsdaten besitzen.
Ohne FEFO kann Ware mit kürzerem Rest-MHD im Lager verbleiben, während länger haltbare Produkte versendet werden.
Wie funktioniert FEFO im Zusammenspiel mit ERP und WMS?
Im ERP werden MHDs und Chargen erfasst und automatisch berücksichtigt, sobald Bestellungen eingehen.
Im WMS wird dem Lagermitarbeiter bei der Kommissionierung direkt die Charge mit dem frühesten Ablaufdatum angezeigt. Die Priorisierung erfolgt somit systemseitig und ohne manuelle Kontrolle.
Welche Rolle spielen Chargen bei FEFO?
Chargen sind die Grundlage für eine saubere FEFO-Umsetzung. Jede Charge wird mit eigenem MHD geführt.
So lassen sich Bestände klar trennen, korrekt priorisieren und bei Bedarf gezielt sperren oder in Quarantäne verschieben. Gleichzeitig ist die Rückverfolgbarkeit jederzeit gewährleistet.
Welche Vorteile bietet FEFO im Onlinehandel konkret?
Eine systemgestützte FEFO-Logik sorgt für:
keinen Versand abgelaufener Ware
weniger Abschreibungen
geringere Retouren und Reklamationen
klare Priorisierung im Lager
höhere Prozesssicherheit
bessere Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
Eine Warenwirtschaft – alles unter Kontrolle
Lagerverwaltung, Einkauf, Versand und mehr für deinen Shopware oder Shopify Onlineshop.