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Lager
| 30.04.2024

Was sind Lagerkosten und wie kannst du sie senken? (inkl. Formeln zur Berechnung)

Im Lager laufen viele wichtige Prozesse ineinander, die dazu führen, dass Lagerkosten bzw. Lagerhaltungskosten entstehen. Neben einigen anderen Posten, stellt das Lager einen der zentralen Kostenfaktoren für Händler dar. Wir zeigen dir auf einen Blick, welche Kosten rund um die Lagerhaltung entstehen und wie du deine Lagerkosten berechnen kannst, um sie besser zu verstehen und zu senken.

Worin unterscheiden sich Lagerkosten?

Lagerkosten können auf verschiedene Weisen differenziert werden. Eine Unterscheidung wird beispielsweise zwischen den Lagerhaltungskosten und den Lagerzinskosten gemacht. Lagerhaltungskosten umfassen die Kosten, die rund um Waren, Rohstoffe, Personal und Räume anfallen. Bei Lagerzinskosten blickt man auf das Kapital, das durch den Lagerbestand gebunden wird.

Beispiele für Lagerhaltungskosten

Lagerräume: 

  • Raumkosten: Pacht oder Miete, Energie, Reinigung, Versicherung, Instandhaltung, Gebäude- und Lagereinrichtung, Abschreibungen, Zinskosten für investiertes Kapital

Lagervorräte: 

  • Warenkosten: Lagerzinskosten, Versicherung 
  • Risikokosten: Beschädigung, Inventurdifferenzen, Verderb, Schwund, Preisschwankungen

Lagerverwaltung: 

  • Materialkosten: Verpackungsmaterial, Büromaterial
  • Personalkosten: Gehälter, Weiterbildungskosten, Sozialabgaben
  • Kosten für Lagerlogistik: Fördermittel und Hilfsmittel, Wertverlust (Abschreibung), Wartung, Betriebskosten, Reparaturen, Versicherung, EDV-Programme

Fixe vs. variable Lagerkosten

Neben der Unterscheidung in Lagerhaltungskosten und Lagerzinskosten, kann außerdem zwischen variablen Lagerkosten und fixen Lagerkosten differenziert werden. Fixe Kosten treten fortlaufend auf, wohingegen variable Kosten aufgrund verschiedener Faktoren, wie der Art und Menge der gelagerten Ware, schwanken können. 

Fixe Lagerkosten sind unter anderem:  

  • Personalkosten 
  • Mietkosten
  • Einrichtungskosten 
  • EDV-Kosten zur Lagerverwaltung 
  • Abschreibungen 

Variable Lagerkosten sind unter anderem: 

  • Verbrauchsgegenstände 
  • Transportkosten 
  • Reparaturkosten 
  • Lagerzinskosten 
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Lagerhaltungskosten berechnen 

Die Unterscheidung nach verschiedenen Kategorien hilft dabei, die vielen verschiedenen Posten der Lagerkosten besser zu ordnen. Für die betriebswirtschaftliche Gesamtbetrachtung spielen die Zuordnungen nach fixen oder variablen Kosten jedoch keine Rolle. Um die Gesamtkosten eines Lagers zu berechnen, müssen alle Kosten der einzelnen Positionen ermittelt und zusammen addiert werden.

Formel zur Berechnung der Lagerhaltungskosten

Lagerhaltungskosten (Formel):

Lagerhaltungskosten = Raumkosten + Warenkosten, Risikokosten + Materialkosten + Personalkosten + Kosten für Lagerlogistik + ggf. weitere Kosten

Lagerkostensatz berechnen 

Um den Lagerbestand ins Verhältnis zu den anfallenden Kosten zu stellen, wird der Lagerkostensatz errechnet. Dieser ergibt sich aus den zuvor addierten Lagerhaltungskosten und dem durchschnittlichen Bestandswert deines Lagers. Um diesen Wert zu ermitteln, musst du zunächst eine Bestandsbewertung durchführen und diesen Wert mit in die Berechnung einfließen lassen.

Formel zur Berechnung des Lagerkostensatz 

Lagerkostensatz (Formel):

Lagerkostensatz = Lagerkosten / Durchschnittlicher Lagerwert x 100 %

Dein Lagerkostensatz gibt dir Aufschluss darüber, ob dein Verkaufspreis in einem angemessenen Verhältnis zu den Lagerkosten steht. Als Maßnahmen kannst du versuchen, deine Lagerhaltungskosten zu senken oder deinen Verkaufspreis anzuheben.

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Lagerintensität berechnen 

Die Lagerintensität sagt aus, wie viel Kapital der Lagerbestand bindet. Insbesondere, wenn du in deinem Lager viele Vorräte lagerst und dadurch viel Kapital gebunden wird, kann diese Kennzahl hohe Kosten verursachen. Zudem verringert sich durch eine hohe Kapitalbindung die Liquidität deines Unternehmens. Eine Lagerintensität von über 25 % sagt aus, dass es sich um eine vorratsintensive Lagerhaltung handelt. Die benötigten Werte zur Berechnung der Lagerintensität entnimmst du deinem Jahresabschluss. 

Formel zur Berechnung der Lagerintensität 

Lagerintensität (Formel):

Lagerintensität = Durchschnittlicher Lagerwert / Bilanzsumme * 100 

Lagerzinskosten berechnen

Die Lagerzinskosten bezeichnen die Kosten, die entstehen, weil Ware nicht sofort verkauft oder verbraucht wird. Um die Kosten zu berechnen, die dieses sogenannte tote Kapital verursacht, müssen zunächst einige Kennzahlen rund um die Lagerzinskosten berechnet werden. 

Formel zur Berechnung der Lagerzinskosten

Lagerzinsatz (Formel):  

Lagerzinssatz = Bankzinssatz x Warenverweildauer im Lager / 360 


Zinsen pro Artikel (Formel): 

Zinsen pro Artikel = Lagerzinssatz x Warenverweildauer im Lager x Warenwert / 100

Beispiele, um Lagerkosten zu senken 

Insbesondere für Unternehmen, die ein großes Lager haben, teure Produkte vertreiben oder selbst viele Rohstoffe lagern, um Produkte herzustellen, lohnt sich eine Betrachtung der Lagerkosten. So lässt sich sehen, an welchen Stellen diese gesenkt werden können. Um eine genaue Abschätzung des Sparpotenzials liefern zu können, sollten zunächst alle anfallenden Kosten ermittelt und ins Verhältnis zu den eigenen Kosten aus den Vorjahren oder branchenüblichen Kosten gesetzt werden. Hier sind einige Wege, um deine Lagerkosten zu senken: 

  • Ermittlung & Vergleich der Lagerkosten 
  • Optimierung der Lagerstrategie 
  • Nutzung eines ERP zur Bestandsoptimierung 
  • Totes Kapital aufbrauchen oder entsorgen 
  • Weniger hochpreisige Artikel lagern 
  • Optimierung der Bestellmenge 
  • Bessere Konditionen für variable Kosten aushandeln
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